Who hath no home now

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Who hath no home now
Inspiriert von Rainer Maria Rilkes „Herbsttag“ erzählt der Song vom Übergang des Sommers in den Herbst – und von Einsamkeit, Verlust und Heimatlosigkeit. 

Die fallenden Blätter, leeren Häuser und verblassenden Lichter werden zu Bildern für das Vergehen und Zurückbleiben.

Rilkes „Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr“ bildet das zentrale Motiv: das Haus als Symbol für Geborgenheit und Zugehörigkeit. 

Am Ende trägt der Wind die Blätter davon – und lässt die Frage zurück: Wer jetzt kein Haus hat, wohin soll er gehen?

Ich wollte einen Song über eine Zeit schreiben, in der wir alle spüren, dass vieles nicht mehr selbstverständlich ist – und über die Sehnsucht nach einem Ort, an dem man trotzdem bleiben kann.

Auch sprachlich wollte ich mich bewusst von der Alltagssprache lösen. Die englischen Passagen klingen altertümlich und sind an die Sprache Shakespeares angelehnt. Dieses „alte“ Englisch schafft eine gewisse Distanz zur Gegenwart und gibt dem Text etwas Zeitloses, beinahe Beschwörendes. 

Gerade weil wir heute in einer so schnellen, lauten und von Nachrichten überfluteten Welt leben, wollte ich eine Sprache verwenden, die klingt, als könnte sie aus einer anderen Zeit stammen. So wird die persönliche und gesellschaftliche Verunsicherung zu etwas, das über den Augenblick hinausweist.
Who hath no home now - Lyrics

Wer jetzt kein Haus hat…
…baut sich keines mehr.

Der Sommer war groß – jetzt wird alles still,
der Himmel hängt tief, weil er nichts sagen will.
Die Sonne wird müde, verliert ihren Lauf,
und der Wind hebt die Blätter vom Boden auf.

Die Felder sind leer, die Wege zieh'n weit,
die Dämmerung kommt, noch vor ihrer Zeit.
Doch tief in der Erde, da glimmt noch die Glut –
man riecht noch den Sommer.
Doch der Herbst kennt kein Zurück.
 
Die Fenster sind hell, der Abend wird kalt.
Die Straßen werden leer, die Nacht kommt bald.
Ein letzter Vogel zieht über das Dach.
Ein Licht brennt noch lange – dann wird es schwach.
Wer gestern noch blieb, ist heute schon fort.
Der Wind trägt die Blätter von Ort zu Ort.
 
The summer waneth, the night draws near.
The fields lie silent, the leaves are sere.
What once was warm now fades from sight.
And every road leads into night.
O, tell me now — when all is gone,
what keeps a lonely soul still moving on?
 
WHO HATH NO HOME NOW,
SHALL BUILD no more.
WHO WALKS ALONE NOW,
SHALL TREAD THIS ROAD IN VAIN.
The leaves fall ever,
the cold winds blow.
WHO HATH NO HOME NOW…
WHITHER SHALL HE GO?
 
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Kein Dach gegen Regen, kein Feuer im Herd.
Wer jetzt allein ist, bleibt lange allein.
 
Wer jetzt noch liest, liest bis tief in die Nacht.
Wer jetzt Briefe schreibt, schreibt, bis der Morgen erwacht.
Das Licht bleibt brennen, der Stuhl bleibt leer.
Und draußen zieht der Wind die Blätter hinterher.

The summer waneth, the night draws near.
The fields lie silent, the leaves are sere.
What once was warm now fades from sight.
And every road leads into night.
O, tell me now — when all is gone,
what keeps a lonely soul still moving on?
 
WHO HATH NO HOME NOW,
SHALL BUILD no more.
WHO WALKS ALONE NOW,
SHALL TREAD THIS ROAD IN VAIN.
The leaves fall ever, the cold winds blow.
WHO HATH NO HOME NOW…
WHITHER SHALL HE GO?
  
Die Blätter lösen sich, eins nach dem andern.
Der Wind fährt durch die Äste, reißt sie fort.
Sie taumeln durch die Straßen, drehen sich,
fallen, stehen wieder auf.
Und ich seh ihnen nach — bis nichts mehr bleibt.
 
WHO HATH NO HOME NOW,
SHALL BUILD shall build no more.
WHO WALKS ALONE NOW,
SHALL TREAD THIS ROAD IN VAIN.
The leaves fall ever,
the cold winds blow.
WHO HATH NO HOME NOW…
WHITHER SHALL HE GO?
  
Who has no home now…
Who has no home now…

Der Sommer war groß.
Die Nacht wird lang.
Wer jetzt kein Haus hat…