Inventory - Mach' mal Ordnung
Ich habe diesen Song geschrieben, weil ich an einem Punkt war, an dem ich gemerkt habe, dass ich mich selbst überlade – mit Erinnerungen, Erwartungen, verpassten Möglichkeiten und dem ständigen Gefühl, alles richtig oder vollständig machen zu müssen.
Ich war müde davon, mein Leben wie eine Liste von Entscheidungen zu betrachten, die ich ständig bewerte: Was hätte ich anders machen können? Was habe ich verpasst? Wo bin ich nicht mutig genug gewesen? Diese Gedanken waren laut – und gleichzeitig haben sie mich nicht vorangebracht, sondern eher festgehalten.
Der Song ist aus dem Bedürfnis entstanden, damit aufzuhören.
Ich wollte einen Raum schaffen, in dem ich ehrlich sagen kann: Es ist okay, nicht alles mitzunehmen. Es ist okay, Dinge zurückzulassen, auch wenn sie einmal wichtig waren. Dieses Bild vom Packen kam ganz natürlich, weil es sich genau so angefühlt hat – als würde ich durch mein eigenes Leben gehen und entscheiden, was wirklich zu mir gehört und was nicht mehr.
Dabei ging es mir nicht um einen radikalen Schnitt oder einen dramatischen Neuanfang. Sondern um etwas Leiseres: mir selbst zu erlauben, freundlicher auf meine eigene Geschichte zu schauen. Auch auf die Teile, die nicht „perfekt“ verlaufen sind. Ich wollte verstehen, dass verpasste Wege nicht automatisch Fehler sind – sondern einfach Wege, die ich nicht gegangen bin. Und die dann auch gehen dürfen.
Der Nebel im Song ist genau dieses Gefühl, nicht zu wissen, was als Nächstes kommt. Früher hätte mich das verunsichert. Ich hätte versucht, sofort einen Plan zu bauen, Kontrolle zu gewinnen. Aber beim Schreiben habe ich gemerkt: Vielleicht muss ich den Nebel gar nicht auflösen. Vielleicht reicht es, einen Schritt nach dem anderen zu machen.
Ein ganz wichtiger Moment war für mich die Erkenntnis, dass ich nicht „groß rauskommen“ muss, damit mein Leben Bedeutung hat. Dieses „not making it big, I make it mine“ ist eigentlich der Kern von allem. Ich wollte mich von diesem inneren Leistungsdruck lösen und stattdessen etwas verfolgen, das sich wirklich nach mir anfühlt – egal, wie groß oder sichtbar es ist.
Und am Ende habe ich den Song auch geschrieben, um mir selbst zu zeigen, dass Loslassen nichts Leeres hinterlässt. Im Gegenteil: Es schafft Platz. Für Ruhe. Für neue Ideen. Für Begegnungen. Für ein „Wir“, das überhaupt erst entstehen kann, wenn ich nicht mehr alles mit mir herumtrage.
Der Song ist also kein Schlussstrich. Er ist eher ein bewusster Atemzug dazwischen – ein Moment des Sortierens, bevor es weitergeht.
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