Oktober


Oktober - Die Bäume tragen Gold im Haar.

Ich habe diesen Song geschrieben, weil ich einen Ort brauchte, an dem alles langsamer wird.

Nach außen fällt alles auseinander:
Der Sommer zieht sich zurück, die Tage werden kürzer, das Licht schwächer, die Welt kälter.
Herbst ist immer auch Verlust – von Wärme, Leichtigkeit, Unbeschwertheit.

Aber genau darin liegt der Kern des Songs:
Ich wollte festhalten, dass es trotzdem etwas gibt, das bleibt.

Der Song ist mein Gegenentwurf zur Schwere.

Ich schreibe darüber, wie sich die Welt draußen verdunkelt – Regen, Wind, kahle Bäume, ein nahender November.
Und gleichzeitig darüber, wie Nähe das alles relativiert.

Dass da jemand ist, der den Takt hält, wenn alles andere ins Wanken gerät.
Dass Wärme nicht vom Wetter kommt, sondern von einem Menschen.

„Dein Puls lässt die Welt sich drehn.“
Das ist der Mittelpunkt.

Ich habe den Song geschrieben, weil ich dieses Gefühl greifen wollte:
Dass man im Rückzug – im Kleinen, im Intimen – stärker wird als im großen, hellen Sommer.

Nicht die laute Jahreszeit trägt dich,
sondern die leise.

Der Oktober steht dabei fast wie eine Figur.
Kein Monat, sondern ein Zustand:

Zwischen Abschied und Anfang.
Zwischen Kälte und Geborgenheit.
Zwischen Dunkelheit und dem ersten Licht, das schon wieder kommt.

Ich wollte zeigen, dass genau dort etwas Echtes entsteht.
Nicht trotz der Dunkelheit, sondern wegen ihr.

Und vielleicht ist der Song am Ende auch ein Versprechen an mich selbst:

Dass ich keine Angst vor dem Grau haben muss,
solange ich weiß, wo mein Halt ist.

Dass ich durch den Herbst gehen kann,
wenn ich nicht allein bin.

Und dass selbst im November –
wenn alles kalt und leer wirkt –
schon irgendwo dieses nächste Licht wartet.


October Lyrics

Der Sommer ging, so still, so leise,
Die Straßen glänzen, Regenreise.
Die Bäume tragen Gold im Haar,
Ich atme tief – der Herbst ist da.

When the rain starts tapping on the roof,
I feel the rhythm, I feel the groove.
The night is cold, but your light is near,
Pull me closer, drown out the fear.

Oh October, hold me tight,
Keep me warm through the longest night.
When the leaves fall, I feel alive,
In your arms, I can survive.

Oh October, don’t let go, 
you’re the fire in the autumn glow.

Farben flieh’n, der Himmel grau,
Doch bei dir wird alles wow.
Straßen still, der Tag zieht fort,
Doch dein Beat ist mein Akkord.

Feuer knackt, der Schatten tanzt,
Draußen Sturm, der alles pflanzt.
Hier bei dir, die Zeit bleibt stehn,
Dein Puls lässt die Welt sich drehn.

Draußen wüten Herbstorkan, 
und das Leben schlägt uns Wunden an.
Doch wenn der Donner die Stille bricht,
bist du mein Halt, mein Zuversicht.

Oh October, hold me tight, 
keep me warm through the longest night.
When the leaves fall, I feel alive,
in your arms, I can survive.

Wind fegt leer, die Kronen kahl,
November steht schon vor dem Saal.
Dunkel, nass und bitterkalt, 
doch ein Licht am Horizont strahlt.

When the dark clouds cover up the blue,
I hold on tight, I run to you.
The night is long, but your light is near,
whisper softly, drown out the fear.

Oh October, fading slow,
but your warmth is all I know.
November’s cold, but I can see,
Christmas lights are calling me